VOTO Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl

Darmstadt sollte die Hundesteuer abschaffen.


Bewertung: Ja (Abschaffung der Hundesteuer)

Unsere Begründung: Wir setzen uns aktiv für die Abschaffung der Hundesteuer in
Darmstadt ein. Hunde sind für viele Menschen keine „Luxusgüter“, sondern
Familienmitglieder, treue Begleiter und oft ein wichtiger Schutz gegen Einsamkeit.
Deshalb ist es Zeit für ein Umdenken:

● Entlastung der Bürger:innen: Die Hundesteuer ist eine veraltete
Bagatellsteuer, die Tierhalter unverhältnismäßig belastet. In Zeiten steigender
Lebenshaltungskosten wollen wir die Darmstädter:innen spürbar entlasten und
das Halten eines Hundes nicht vom Geldbeutel abhängig machen.

● Hunde als gesellschaftlicher Mehrwert: Hunde haben einen hohen sozialen
Wert. Sie fördern die Bewegung an der frischen Luft, unterstützen die
psychische Gesundheit und dienen oft als „Eisbrecher“ für soziale Kontakte im
Quartier. Diesen positiven Beitrag für das Stadtklima sollten wir fördern, statt
ihn zu besteuern.

● Bürokratieabbau: Der Verwaltungsaufwand für die Erhebung und Kontrolle
der Hundesteuer steht oft in keinem gesunden Verhältnis zu den tatsächlichen
Netto-Einnahmen. Durch die Abschaffung sparen wir Verwaltungskosten und
bauen unnötige Bürokratie ab.

● Gerechtigkeit im Fokus: Andere Haustiere werden nicht besteuert. Es gibt
keinen sachlichen Grund, warum ausgerechnet Hundehalter zur Kasse
gebeten werden, während die Stadt andere Freizeitaktivitäten oder Tierarten
steuerfrei lässt.

Kurz gesagt: Wir wollen ein hundefreundliches Darmstadt, das Tierliebe nicht
bestraft, sondern wertschätzt. Die Finanzierung städtischer Aufgaben muss über
allgemeinere Steuern gesichert werden, nicht über eine Sonderabgabe für
Hundebesitzer:innen.

Darmstadt sollte die Umweltzone für Autos abschaffen.


Bewertung: Nein

Unsere Begründung dazu:
Für uns steht die Lebensqualität in Darmstadt an erster Stelle, und dazu gehört
saubere Luft für alle Bürger:innen.

● Gesundheitsschutz: Die Umweltzone ist ein wichtiges Instrument, um die
Schadstoffbelastung – insbesondere durch Feinstaub und Stickoxide – im
Stadtgebiet zu reduzieren. Wir wollen eine Stadt, in der man tief durchatmen
kann, ohne dass die Gesundheit darunter leidet.

● Mobilitätswende: Unser Ziel ist es, den Verkehr in Darmstadt nachhaltiger zu
gestalten. Statt Schutzmaßnahmen für die Umwelt abzubauen, setzen wir uns
massiv für den Ausbau des ÖPNV und eine bessere Fahrradinfrastruktur
ein. Wir möchten Alternativen zum Auto so attraktiv machen, dass der
individuelle Autoverkehr in der Innenstadt ganz natürlich abnimmt.

● Lebenswerte Innenstadt: Eine Stadt mit weniger Abgasen und weniger Lärm
ist für uns alle attraktiver – zum Wohnen, Einkaufen und Verweilen. Die
Abschaffung der Umweltzone wäre hier ein Rückschritt in die falsche
Richtung.

Kurz gesagt: Wir halten an der Umweltzone fest, arbeiten aber gleichzeitig mit
Hochdruck daran, dass du in Darmstadt auch ohne eigenes Auto jederzeit bequem
und sicher von A nach B kommst.

Für wohnungslose Menschen sollte es in Darmstadt
zusätzliche Anlaufstellen geben.

Bewertung: Ja!

Unsere Begründung dazu:
Eines unserer zentralen Ziele ist der Kampf gegen Einsamkeit und die Stärkung
des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Wohnungslose Menschen gehören zu den
vulnerabelsten Gruppen unserer Stadtgesellschaft, und wir finden: Niemand darf in
Darmstadt abgehängt werden.

● Teilhabe ermöglichen: Wir setzen uns für niedrigschwellige
Begegnungsräume ein. Zusätzliche Anlaufstellen sind nicht nur wichtig für
die Grundversorgung (Essen, Wärme, Hygiene), sondern dienen als Orte, an
denen Menschen wieder Würde und soziale Kontakte erfahren.

● Wissenschaftlicher Ansatz: Wir blicken hierbei auch auf Modelle wie das
Minority Stress Model. Chronischer Stress durch Ausgrenzung und das
Fehlen eines „Safe Space“ führt zu massiven gesundheitlichen Folgen.
Kommunale Anlaufstellen müssen hier als schützende Instanz fungieren.

● Prävention und Integration: Mehr Anlaufstellen bedeuten auch mehr
Chancen auf Beratung. Unser Ziel ist es, das „Hin- und Herverweisen“
zwischen Institutionen zu beenden. Wir brauchen Fachstellen, die den
Menschen ganzheitlich helfen – vom Bürokratie-Dschungel bis zur
psychologischen Unterstützung.

● Winter- und Krisenschutz: Gerade in den kalten Monaten oder in
Krisenzeiten zeigt sich, dass die vorhandenen Kapazitäten oft am Limit sind.
Hier darf es keine Lücken im sozialen Netz geben.
Kurz gesagt: Für uns bedeutet „Darmstadt Gemeinsam“, dass wir die Stadt vom
schwächsten Glied her denken. Zusätzliche Anlaufstellen sind eine Investition in die
Menschlichkeit und den Frieden in unserer Stadt.

Darmstadt sollte sich stärker um die Anwerbung von
Fachkräften bemühen.


Bewertung: Ja

‚Unsere Begründung dazu:
Darmstadt ist eine Wissenschaftsstadt mit enormem Potenzial, aber wir spüren den
Fachkräftemangel in fast allen Bereichen – von der Pflege über das Handwerk bis
hin zu unseren Forschungseinrichtungen. Für uns ist die Fachkräfteanwerbung
untrennbar mit unserer Vision einer starken sozial-liberalen Wirtschaft verbunden.

● Wettbewerbsfähigkeit sichern: Damit unsere lokalen Unternehmen und
Institute innovativ bleiben können, brauchen sie die klügsten Köpfe und
geschicktesten Hände. Wir müssen Darmstadt als attraktiven Standort
positionieren, der nicht nur Arbeit, sondern Lebensqualität bietet.

● Wohlstand für den Zusammenhalt: Nur eine florierende Wirtschaft sichert
die Steuereinnahmen, die wir brauchen, um unsere sozialen Projekte, den
Kampf gegen Einsamkeit und den Ausbau der Infrastruktur, zu finanzieren.

● Ganzheitlicher Ansatz (The „Soft Factors”): Anwerbung funktioniert für uns
nicht nur über Marketing-Kampagnen. Wer als Fachkraft nach Darmstadt
kommt, braucht bezahlbaren Wohnraum, gute Kita-Plätze und ein Umfeld, in
dem man schnell Anschluss findet. Hier schließt sich der Kreis zu unserem
Kernthema: Wir wollen eine Stadtgesellschaft, die Neuankömmlinge offen
empfängt und integriert, um Einsamkeit von Anfang an zu verhindern.

● Bürokratie abbauen: Wir setzen uns dafür ein, dass Verwaltungsprozesse (z.B.
bei der Anerkennung von Abschlüssen oder Visa-Fragen) schneller und
digitaler werden.

Kurz gesagt: Wir unterstützen die Anwerbung von Fachkräften massiv, weil sie der
Motor für das Darmstadt von morgen sind. Gleichzeitig arbeiten wir hart daran, dass
die Rahmenbedingungen – wie Wohnen und soziale Teilhabe – stimmen, damit die
Menschen auch gerne hierbleiben.

Darmstadt sollte zusätzliche Geflüchtete aufnehmen.


Bewertung: Neutral bis Ja (mit Fokus auf gelingende Integration)

Unsere Begründung dazu:
In unserer Wählergemeinschaft sehen wir die Aufnahme von Geflüchteten nicht nur
als eine rechtliche Verpflichtung, sondern als eine humanitäre Aufgabe. Dennoch
bewerten wir dies mit einer gewissen Differenzierung:

● Humanitäre Verantwortung: Wir bekennen uns klar dazu, dass Menschen,
die vor Krieg und Verfolgung fliehen, in Darmstadt Schutz finden müssen.
Darmstadt hat als weltoffene Wissenschaftsstadt eine stolze Tradition der
Hilfe, die wir fortsetzen wollen.

● Integration statt nur Unterbringung: Für uns bedeutet „Aufnahme“ mehr als
nur ein Dach über dem Kopf. Damit das Projekt „Darmstadt Gemeinsam“
funktioniert, möchten wir sicherstellen, dass Integration gelingt. Das bedeutet:
Wir brauchen ausreichend Plätze in Kitas, Schulen und Sprachkursen sowie
einen Zugang zum Arbeitsmarkt.

● Vermeidung von Überlastung und Isolation: Wir müssen ehrlich
ansprechen, dass die Ressourcen der Stadt (insbesondere beim Wohnraum)
begrenzt sind. Eine zusätzliche Aufnahme darf nicht dazu führen, dass
Menschen in Massenunterkünften isoliert werden und Einsamkeit oder soziale
Spannungen entstehen. Unser Ziel ist eine dezentrale Unterbringung, die
echte Begegnungen zwischen neuen und alten Darmstädtern ermöglicht.

● Wissenschaftlicher Blick: Auch hier greift unser Fokus auf den sozialen
Zusammenhalt. Wir wollen verhindern, dass „Parallelgesellschaften“
entstehen. Integration ist eine Gemeinschaftsleistung, die Ressourcen und
Personal erfordert, wofür wir uns im Haushalt starkmachen.
Kurz gesagt: Wir sagen „Ja“ zur Hilfe, fordern aber gleichzeitig, dass die Stadt die
notwendigen Strukturen schafft, damit aus Geflüchteten echte Nachbarn und
Nachbarinnen und Nachbarn werden können. Eine reine Erhöhung der Zahlen ohne
entsprechendes Integrationskonzept sehen wir kritisch.

In Darmstadt sollte es mehr autofreie Zonen geben.


Bewertung: Ja (mit Fokus auf Aufenthaltsqualität)

Unsere Begründung dazu:
Wir unterstützen die Ausweitung autofreier oder verkehrsberuhigter Zonen, aber wir
betrachten das Thema weniger durch die „Anti-Auto-Brille“, sondern durch die
„Pro-Gemeinschafts-Brille“:

● Begegnungsräume statt Durchgangsverkehr: Unser Kernanliegen ist der
Kampf gegen Einsamkeit. Wenn Straßen zu Lebensräumen werden, in denen
man sich sicher bewegen, hinsetzen und unterhalten kann, stärkt das den
sozialen Zusammenhalt. Autofreie Zonen schaffen Platz für
Nachbarschaftsfeste, Straßencafés und spielende Kinder.

● Lebenswerte Quartiere: Wir wollen, dass die Darmstädter Quartiere – egal
ob in der Innenstadt, in Bessungen oder Kranichstein – Orte zum Verweilen
sind. Weniger Lärm und Abgase bedeuten eine höhere Lebensqualität für die
Anwohner:innen.

● Mobilitätswende ganzheitlich denken: Autofreie Zonen funktionieren dann
am besten, wenn wir gleichzeitig den ÖPNV stärken und die Fahrradwege
ausbauen. Niemand soll abgehängt werden; die Erreichbarkeit für Menschen
mit Mobilitätseinschränkungen oder für den Lieferverkehr muss durch
intelligente Konzepte (z. B. Poller-Lösungen oder Quartiersgaragen) gewahrt
bleiben.

● Wissenschaftlicher Aspekt: Studien zeigen, dass eine Reduzierung des
Autoverkehrs in Wohngebieten den Stresspegel senkt und die lokale
Wirtschaft fördert, da Menschen in Fußgängerzonen eher verweilen und lokal
einkaufen.

Kurz gesagt: Wir sind für mehr autofreie Zonen, wenn sie dazu dienen, Darmstadt
menschlicher, grüner und kommunikativer zu machen. Es geht uns darum, den
öffentlichen Raum den Menschen zurückzugeben.

In Darmstadt sollten mehr Einfamilienhäuser entstehen.


Bewertung: Neutral bis Nein

Unsere Begründung dazu:
Das Thema Wohnen ist in Darmstadt eines der brennendsten Probleme. Wir
verstehen den Wunsch vieler Familien nach einem eigenen Garten und einem
Einfamilienhaus, aber als Wählergemeinschaft müssen wir die Realität unserer Stadt
und unsere sozialen Ziele im Blick behalten:

● Extremer Platzmangel: Darmstadt ist geografisch begrenzt und bereits sehr
dicht besiedelt. Flächen sind unser kostbarstes Gut. Ein Einfamilienhaus
verbraucht im Verhältnis zur Anzahl der Menschen, die dort wohnen können,
unverhältnismäßig viel Fläche.

● Soziale Gerechtigkeit und Bezahlbarkeit: Wir setzen uns massiv für
bezahlbaren Wohnraum ein. Auf der Fläche von wenigen Einfamilienhäusern
können wir modernen, barrierefreien Geschosswohnungsbau realisieren, der
viel mehr Menschen – auch Senioren, Alleinerziehenden und jungen Familien
mit kleinerem Budget – ein Zuhause bietet.

● Kampf gegen Einsamkeit durch neue Wohnformen: Wir fördern lieber
innovative Projekte wie Mehrgenerationenhäuser oder Baugruppen. Diese
Wohnformen verbinden privaten Rückzug mit Gemeinschaftsflächen. Das
fördert das Miteinander und verhindert die Isolation, die in reinen
Einfamilienhaussiedlungen entstehen kann.

● Ökologische Verantwortung: Kompakteres Bauen ist meist energetisch
effizienter und schont unsere Grünflächen, die wir für das Stadtklima und als
Erholungsräume dringend brauchen.

Kurz gesagt: Wir sind nicht grundsätzlich gegen Einfamilienhäuser, aber in der
aktuellen Wohnungsnot hat für uns die Schaffung von mehr Wohnraum für mehr
Menschen – also verdichtetes, aber qualitativ hochwertiges Bauen – klare Priorität.
Wir wollen Darmstadt für alle bezahlbar halten, nicht nur für wenige.

Muslimische Gebetsräume bzw. Moscheen sollten keine
prominenten Plätze im Stadtbild einnehmen.


Bewertung: Nein

Unsere Begründung dazu:
Für uns bedeutet „Darmstadt Gemeinsam“, dass alle Bürger:innen – ungeachtet ihrer
Religion oder Herkunft – Teil unserer Stadtidentität sind. Deshalb lehnen wir eine
pauschale Verdrängung muslimischer Gebetsräume bzw. Moscheen aus dem
sichtbaren Stadtbild ab:

● Sichtbarkeit schafft Zugehörigkeit: Wenn wir Gruppen aus dem Stadtbild
an den Rand drängen, fördern wir genau die Isolation und das Gefühl des
„Nicht-Dazugehörens“, die wir bekämpfen wollen. Sichtbare Gebetsräume
sind ein Zeichen dafür, dass muslimische Mitbürger fester Bestandteil unserer
Gesellschaft sind.

● Dialog statt Abschottung: Repräsentative und offene Moscheearchitektur
bietet oft viel bessere Möglichkeiten für den interkulturellen Dialog (z. B. durch
„Tage der offenen Moschee“ oder Bildungsangebote), als es versteckte
„Hinterhof-Moscheen“ tun könnten. Wir wollen Orte der Begegnung, nicht Orte
der Abkapselung.

● Religionsfreiheit und Gleichbehandlung: Als sozial-liberale Kraft achten wir
die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit. Zu einer vielfältigen
Wissenschaftsstadt wie Darmstadt gehören Kirchtürme ebenso wie Minarette
oder andere religiöse Symbole, solange sie sich in das städtebauliche
Gesamtbild einfügen.

● Stärkung des Zusammenhalts: Unser Ziel ist es, unterschiedliche Gruppen
zusammenzuführen. Das gelingt nur durch gegenseitigen Respekt. Ein Verbot
prominenter Plätze würde Gräben aufreißen, statt Brücken zu bauen.

Kurz gesagt: Wir setzen auf Offenheit. Uns ist wichtig, was in den Räumen passiert
– nämlich dass dort Werte des Grundgesetzes und des Miteinanders gelebt werden.
Wo sie stehen, sollte eine Frage der Stadtplanung und Architektur sein, nicht der
Ausgrenzung.

Darmstadt sollte nicht noch mehr Einwohner bekommen.


Bewertung: Neutral (mit Fokus auf „Qualität vor Quantität“)

Unsere Begründung dazu:
Wir wollen kein Wachstum um jeden Preis, aber wir wissen auch, dass eine
lebendige Wissenschaftsstadt wie Darmstadt eine gewisse Dynamik braucht. Unser
Standpunkt ist folgender:

● Wachstum mit Augenmaß: Ein reines „Stopp“ ist unrealistisch und würde die
Mieten noch weiter in die Höhe treiben. Wenn die Nachfrage bleibt, das
Angebot aber künstlich eingefroren wird, verdrängen wir genau die Menschen,
die unsere Stadt am Laufen halten (Pflegekräfte, Handwerker, Studierende).

● Infrastruktur muss Schritt halten: Wir sagen ganz klar: Mehr
Einwohner:innen darf es nur geben, wenn auch die Infrastruktur mitwächst.
Das bedeutet mehr Kita-Plätze, bessere Anbindungen im ÖPNV und mehr
Hausarztpraxen. Wachstum darf nicht zu Lasten der Lebensqualität derer
gehen, die schon hier wohnen.

● Kampf gegen die Anonymität: Unser zentrales Thema ist der
Zusammenhalt. Bei zu schnellem Wachstum besteht die Gefahr, dass
Menschen sich einsam fühlen und in anonymen Vierteln untergehen. Deshalb
setzen wir uns für Quartierskonzepte ein, die Begegnungen fördern – egal wie
viele Menschen hier leben.

● Wissenschaft und Wirtschaft: Darmstadt lebt von Innovation. Damit unsere
Institute und Unternehmen (wie Merck oder die TU) attraktiv bleiben, müssen
wir auch neuen Fachkräften und Talenten einen Platz bieten können.
Kurz gesagt: Unser Ziel ist eine Stadt, die sich organisch und sozial verträglich
weiterentwickelt, sodass der Zusammenhalt gewahrt bleibt.

Darmstadt sollte noch mehr Parkflächen für Autos
kostenpflichtig machen.


Bewertung: Neutral bis Ja (mit klaren Bedingungen)

Unsere Begründung dazu:
Wir sehen die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung als ein notwendiges
Werkzeug an, aber wir lehnen eine „plumpe Erhöhung“ oder Ausweitung ohne
Konzept ab. So stehen wir dazu:

● Lenkungseffekt für die Lebensqualität: Parkgebühren helfen dabei,
Dauerparker:innen in Quartiersgaragen zu lenken und den öffentlichen
Straßenraum für Bewohnende und Besuchende frei zu halten. Unser Ziel ist
mehr Aufenthaltsqualität – weniger Blech auf den Gehwegen bedeutet mehr
Platz für Begegnungen und Grün.

● Soziale Gerechtigkeit: Wenn Parkflächen kostenpflichtig werden, muss dies
sozialverträglich gestaltet sein. Wir unterstützen Modelle, bei denen die
Einnahmen direkt in das Mobilitätsmanagement und den Ausbau des
ÖPNV fließen. Es darf nicht nur darum gehen, „klamme Kassen“ zu füllen,
sondern den Umstieg auf Alternativen attraktiver zu machen.

● Haushaltssicherung: Darmstadt hat eine schwierige Haushaltslage. Als
verantwortungsbewusste Wählergemeinschaft wissen wir, dass
Gebührenanpassungen manchmal unumgänglich sind, um wichtige soziale
Leistungen der Stadt aufrechtzuerhalten.

● Wissenschaftliche Fundierung: Wir setzen auf Daten. Bevor neue Zonen
eingeführt werden, muss klar sein, dass dies den Parkdruck tatsächlich senkt
und nicht nur den Verkehr in benachbarte Wohngebiete verlagert.
Kurz gesagt: Wir sind bereit, mehr Parkflächen kostenpflichtig zu machen, wenn im
Gegenzug der öffentliche Raum attraktiver wird und das Geld nachweislich in eine
bessere Mobilität für alle Darmstädter:innen investiert wird.

Die Darmstädter Verwaltung ist ausreichend digitalisiert.


Bewertung: Nein

Unsere Begründung dazu:
Obwohl Darmstadt 2017 den Wettbewerb „Digitale Stadt“ gewonnen hat, sind wir
noch lange nicht am Ziel. Für uns ist Digitalisierung kein Selbstzweck, sondern ein
Mittel, um das Leben der Menschen einfacher zu machen und den Zusammenhalt
zu stärken.

● Bürgernähe statt Wartezeit: Wir hören von vielen in Darmstadt Wohnenden,
dass es immer noch Wochen dauert, einen Termin im Bürgeramt zu
bekommen. Eine wirklich digitalisierte Verwaltung müsste Prozesse so
automatisieren, dass einfache Anliegen (wie Meldebescheinigungen oder
Bewohner:innenparkausweise) komplett online und in Echtzeit erledigt werden
können. Das würde die Mitarbeitenden entlasten, damit sie mehr Zeit für die
Menschen haben, die eine persönliche Beratung brauchen.

● Demografischer Wandel als Weckruf: In den nächsten Jahren gehen fast 40
% der Verwaltungsmitarbeitenden in den Ruhestand. Wenn wir die Prozesse
nicht jetzt radikal digitalisieren und automatisieren, droht ein massiver
Service-Abbau. „Digitalisierung“ darf nicht nur heißen, ein PDF-Formular
online zu stellen, sondern wir brauchen echte digitale Workflows.

● Kampf gegen Einsamkeit durch digitale Teilhabe: Digitalisierung muss
inklusiv sein. Wir setzen uns dafür ein, dass digitale Angebote so einfach sind,
dass sie jeder nutzen kann. Gleichzeitig wollen wir „digitale Kümmernde“ in
den Stadtteilen, den Menschen helfen, die sich in der digitalen Welt noch nicht
sicher fühlen.

● Haushalt und Effizienz: Angesichts der knappen Kassen in Darmstadt ist
Digitalisierung der „Schlüssel zum Erfolg“. Effiziente digitale Prozesse sparen
langfristig Geld, das wir dringend für soziale Projekte und die Förderung des
Miteinanders brauchen.

Kurz gesagt: Darmstadt war Vorreiterin, ist aber etwas „eingerostet“. Wir von
Darmstadt Gemeinsam wollen, dass die Verwaltung wieder zur digitalen
Dienstleisterin wird, der für die Bürger:innrn da ist – unkompliziert, schnell und
menschlich.

In Darmstadt sollten mehr Entscheidungen direkt durch die
Bürger getroffen werden.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
Für uns ist die aktive Mitwirkung der Darmstädter:innen das wirksamste Mittel
gegen Politikverdrossenheit und Einsamkeit. Wenn Menschen ihre Stadt selbst
mitgestalten, identifizieren sie sich stärker mit ihrem Umfeld und kommen
miteinander ins Gespräch.

● Dialog auf Augenhöhe: Wir setzen uns für regelmäßige offene Treffen und
transparente Dialogformate in den Stadtteilen ein. Entscheidungen sollten dort
vorbereitet werden, wo sie die Menschen direkt betreffen – in den Quartieren.

● Wissenschaftliche Fundierung: Partizipationsmodelle zeigen, dass
Bürgerbeteiligung zu besseren und akzeptierteren Lösungen führt. Wir wollen
Formate wie Bürger:innenbeiräte oder themenspezifische
Beteiligungsverfahren stärken, die über das bloße „Abstimmen“ hinausgehen
und echtes Expertenwissen aus der Bürgerschaft einbeziehen.

● Digitale Teilhabe: Wir wollen die Hürden für Beteiligung senken. Eine
moderne, digitale Verwaltung (wie wir sie fordern) muss auch Plattformen
bieten, auf denen Bürger:innen unkompliziert Ideen einreichen und über
Projekte in ihrem Viertel mitentscheiden können.

● Verantwortung teilen: Direkte Entscheidungen bedeuten für uns auch, die
Menschen ehrlich über die Rahmenbedingungen (wie den städtischen
Haushalt) aufzuklären. Wir vertrauen darauf, dass die Darmstädter:innen
kluge und verantwortungsbewusste Entscheidungen treffen, wenn man sie
frühzeitig und umfassend einbindet.

Kurz gesagt: Wir wollen weg von der „Politik von oben herab“. Wir möchten, dass du
und deine Nachbarinnen und Nachbarn die Experten für euer Viertel seid. Mehr
direkte Beteiligung ist die Bindung, die unsere Stadtgesellschaft zusammenhält.

Das Nordbad sollte für Kinder und Jugendliche günstiger
und in den Ferien kostenfrei sein.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
Schwimmen ist nicht nur eine lebenswichtige Fähigkeit, sondern Sport und
Bewegung sind essentiell für die psychische und physische Gesundheit. Als
Wählergemeinschaft, die den Zusammenhalt und den Kampf gegen Einsamkeit in
den Fokus rückt, sehen wir hier eine große Chance:

● Soziale Teilhabe für alle: Wir möchten, dass kein Kind an der Eingengstür
stehen bleiben muss, nur weil das Geld im Geldbeutel der Eltern knapp ist.
Ein kostenfreier Eintritt in den Ferien ermöglicht es allen Kindern und
Jugendlichen, sich mit Freunden und Freundinnen zu treffen, gemeinsam Zeit
zu verbringen und Teil der Stadtgesellschaft zu sein.

● Prävention von Einsamkeit: Gerade in den langen Sommerferien laufen
junge Menschen Gefahr, sich zu isolieren, wenn die gewohnten Strukturen
von Schule und Vereinen wegfallen. Das Schwimmbad ist ein klassischer
„Dritter Ort“, an dem die Begegnung ganz natürlich passiert.

● Fokus auf Familien: Familien mit mehreren Kindern werden durch
Eintrittspreise oft überproportional belastet. Ein vergünstigtes oder in den
Ferien kostenfreies Angebot entlastet das Familienbudget spürbar und fördert
die Lebensqualität in Darmstadt.

● Haushalt mit Prioritäten: Wir wissen um die schwierige Finanzlage der
Stadt. Aber wir sind überzeugt: Sparen darf man nicht bei der Zukunft unserer
Kinder. Investitionen in Jugendangebote zahlen sich langfristig durch eine
gesündere und stärker verbundene Stadtgesellschaft aus.

Kurz gesagt: Das Nordbad und unsere anderen Bäder sind Orte der Gemeinschaft.
Wir wollen die Hürden so niedrig wie möglich halten, damit Darmstadt für Kinder und
Jugendliche eine Stadt voller Möglichkeiten bleibt – unabhängig vom Einkommen der
Eltern.

Die EU schränkt den Handlungsspielraum der Kommunen
zu sehr ein.


Bewertung: Neutral

Unsere Begründung dazu:
Wir sehen hier ein Spannungsfeld zwischen notwendigen gemeinsamen Standards
und der Flexibilität, die wir vor Ort brauchen:

● Chancen durch Europa: Viele Projekte in Darmstadt – von der Forschung an
der TU bis hin zu ökologischen Stadtentwicklungsprojekten – werden durch
EU-Fördermittel erst ermöglicht. Ohne den europäischen Rahmen wäre
Darmstadt als Wissenschaftsstandort deutlich schwächer. Auch Standards für
Umwelt- und Verbraucherschutz sichern die Lebensqualität unserer Bürger.

● Bürokratische Hürden: Wir erleben in der Verwaltung aber auch, dass
EU-weite Ausschreibungspflichten oder strengere Beihilferegeln kommunale
Prozesse oft verlangsamen und verteuern. Wenn wir als Stadt zum Beispiel
schnell und unbürokratisch soziale Projekte gegen Einsamkeit fördern wollen,
können europäische Regularien manchmal wie ein Bremsklotz wirken.

● Subsidiarität stärken: Unser Grundsatz ist: Entscheidungen sollten so nah
wie möglich an den Menschen getroffen werden. Wir wünschen uns ein
Europa, das die großen Leitplanken setzt, uns in Darmstadt aber den nötigen
Freiraum lässt, um individuelle Lösungen für unsere spezifischen
Herausforderungen (wie den Wohnungsmarkt oder die Integration) zu finden.

● Wissenschaftliche Perspektive: Darmstadt ist als „Digitalstadt“ und Standort
von Institutionen wie der ESA/ESOC ein Teil eines globalen Netzwerks. Für
uns ist die EU daher eine wichtige Partnerin, auch wenn die
„Regelierungswut” im Detail die kommunale Selbstverwaltung herausfordert.

Kurz gesagt: Die EU ist für Darmstadt unverzichtbar, aber die Balance zwischen
Brüsseler Richtlinien und Darmstädter Handlungsfreiheit muss immer wieder neu
austariert werden. Wir wollen ein Europa der Kommunen, nicht nur der Behörden

Darmstadt sollte mehr Flächen für Windkraftanlagen
ausweisen.


Bewertung: Ja (mit Fokus auf Bürgerbeteiligung)

Unsere Begründung dazu:
Für uns ist die Energiewende ein Gemeinschaftsprojekt. Wir wissen, dass Darmstadt
als dicht besiedelte Stadt nur begrenzt Platz bietet, aber wir müssen unseren Beitrag
zum Klimaschutz leisten – und zwar konsequent:

● Lokale Wertschöpfung: Windkraftanlagen auf städtischem Grund oder in
Kooperation mit den Nachbarkommunen sorgen dafür, dass die Einnahmen
aus der Energieerzeugung hier in der Region bleiben. Dieses Geld können wir
wiederum für soziale Projekte und den Zusammenhalt in Darmstadt nutzen.

● Wissenschaftliche Fakten: Wir stützen uns auf wissenschaftliche Modelle.
Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, müssen wir alle verfügbaren
Potenziale nutzen. Moderne Windkraftanlagen sind heute hocheffizient und
ein wichtiger Baustein für eine klimaneutrale Wissenschaftsstadt.

● Bürgerenergie fördern: Wir setzen uns dafür ein, dass Windkraftprojekte als
Bürgerenergieanlagen realisiert werden. So können Darmstädter:innen
direkt in die Anlagen investieren. Das schafft Akzeptanz, sorgt für Teilhabe
und verhindert, dass große Konzerne allein profitieren.

● Schutz von Mensch und Natur: Flächenausweisungen müssen natürlich
sorgfältig geprüft werden. Der Schutz von Anwohnern (Lärm, Schattenwurf)
und der Erhalt wichtiger Ökosysteme im Stadtwald haben für uns hohe
Priorität. Hier setzen wir auf maximale Transparenz und den Dialog mit den
betroffenen Quartieren.

Kurz gesagt: Wir sind für mehr Windkraft, weil wir eine nachhaltige und
unabhängige Energieversorgung für Darmstadt wollen. Wichtig ist uns dabei, dass
die Bürger:innen mitgenommen werden und die Stadtgesellschaft als Ganzes davon
profitiert.

Es ist wichtig, dass in allen offiziellen Dokumenten in
Darmstadt gendergerechte Sprache genutzt wird.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
Für uns ist Sprache weit mehr als nur ein Kommunikationsmittel – sie schafft
Realität. In einer Stadt, die sich den Zusammenhalt aller Bürger:innen auf die
Fahnen schreibt, muss sich auch jeder und jede in der offiziellen Ansprache
wiederfinden.

● Sichtbarkeit und Wertschätzung: Gendergerechte Sprache sorgt dafür,
dass alle Geschlechter und Identitäten sichtbar werden. Das ist ein Gebot der
Höflichkeit und des Respekts in einer vielfältigen Stadtgesellschaft.

● Inklusion als Prävention: Wir kämpfen gegen Einsamkeit und Ausgrenzung.
Wenn sich Menschen durch die Sprache ihrer eigenen Stadtverwaltung nicht
angesprochen oder gar unsichtbar fühlen, entstehen unnötige Hürden, die wir
abbauen wollen.

● Wissenschaftliche Erkenntnisse: Studien zeigen, dass gendergerechte
Sprache das Denken öffnet und Vorurteile abbaut. Als Wissenschaftsstadt
sollte Darmstadt hier mit gutem Beispiel vorangehen und moderne
linguistische Standards nutzen.

● Verwaltung als Vorbild: Eine moderne Verwaltung sollte diskriminierungsfrei
kommunizieren. Wir setzen uns daher für klare Leitfäden ein, die eine
gendergerechte Sprache einfach und verständlich in den Dienstalltag
integrieren – ohne dabei die Lesbarkeit aus den Augen zu verlieren.

Kurz gesagt: Wir unterstützen die Nutzung gendergerechter Sprache in offiziellen
Dokumenten vollumfänglich. Sie ist ein kleiner, aber wichtiger Baustein für ein
Darmstadt, in dem sich wirklich alle „gemeinsam“ gemeint fühlen.

Die Gewerbesteuer für Unternehmen in Darmstadt sollte
gesenkt werden.


Bewertung: Nein (bzw. „Derzeit nicht realisierbar“)

Unsere Begründung dazu:
Wir stehen für eine starke sozial-liberale Wirtschaft, wissen aber auch um die
Verantwortung für einen stabilen Stadthaushalt. Eine Senkung der Gewerbesteuer
lehnen wir aktuell aus folgenden Gründen ab:

● Finanzielle Stabilität: Die Gewerbesteuer ist die wichtigste Einnahmequelle
Darmstadts. Angesichts der angespannten Haushaltslage und der
Notwendigkeit von Haushaltssicherungskonzepten wäre eine Senkung riskant.
Wir brauchen diese Mittel, um die Infrastruktur, Schulen und unsere sozialen
Projekte gegen Einsamkeit zu finanzieren.

● Standortqualität statt Steuersatz: Für Unternehmen ist nicht nur der
Hebesatz entscheidend. Wir setzen lieber darauf, die Standortfaktoren zu
verbessern: durch eine schnellere digitale Verwaltung, eine bessere
Anbindung an den ÖPNV und die Förderung von Innovationen und
Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Davon profitieren
Betriebe langfristig mehr als von einer nicht signifikanten Steuersenkung.

● Investitionen in die Zukunft: Wir wollen Darmstadt als moderne
Wissenschaftsstadt weiterentwickeln. Das kostet Geld – etwa für
Klimaschutzmaßnahmen oder die Digitalisierung. Wenn wir die Steuern
senken, wären wichtige Zukunftsinvestitionen in Gefahr.

● Gerechte Lastenverteilung: Gewerbesteuer zahlen nur Unternehmen mit
entsprechenden Erträgen. Wir finden es fair, dass erfolgreiche Betriebe einen
Beitrag dazu leisten, dass Darmstadt für alle Bürger:innen – auch für ihre
eigenen Fachkräfte – lebenswert bleibt.

Kurz gesagt: Wir wollen eine wirtschaftsfreundliche Politik, aber wir versprechen
keine Steuergeschenke, die wir uns als Stadt derzeit nicht leisten können. Unser
Fokus liegt auf Verlässlichkeit und einer erstklassigen Infrastruktur für unsere
Unternehmen.

Darmstadt sollte auf den Bau des Infozentrums an der
Mathildenhöhe verzichten.


Bewertung: Ja

Fehlender Massentourismus: Da die Touristenströme in Darmstadt
überschaubar sind, ist ein „Abfertigungszentrum“ am Hang völlig
überdimensioniert. Ein sanfter Tourismus braucht keine neuen Großbauten,
sondern Qualität im Bestand.

Kurz gesagt: Wir fordern, die UNESCO-Auflagen durch intelligente Nutzung
vorhandener Räume und moderne Technik zu erfüllen, anstatt wertvolle
soziokulturelle Freiräume zu opfern. Kultur erhält man nicht durch Musealisierung,
sondern indem man sie dort lässt, wo sie gelebt wird.

Digitale und dezentrale Konzepte: Moderne Welterbe-Vermittlung
funktioniert heute über Augmented Reality, intelligente Leitsysteme und
dezentrale Infopunkte. Hierfür muss kein lebendiger Kulturverein am Osthang
weichen. Ein „Besucherzentrum“ kann auch ein Netzwerk aus bestehenden
Orten sein.

Glaubwürdigkeit des Welterbes: Ein Welterbe soll Kultur bewahren. Es ist
paradox, gewachsene, lebendige Gegenwartskultur (wie am Osthang) zu
zerstören, um in einem Neubau über vergangene Kultur zu informieren. Die
UNESCO schätzt authentische Orte – der Osthang in seiner jetzigen Form
trägt zur Lebendigkeit des Umfelds bei.

Der Ausbau von Radwegen in Darmstadt sollte nicht zu
Lasten des Autoverkehrs gehen.


Bewertung: Neutral

Unsere Begründung dazu:
Wir lehnen eine reine „Anti-Auto-Politik” ab, wissen aber auch, dass der Platz in
Darmstadt begrenzt ist. Unsere Position ist deshalb differenziert:

● Sicherheit hat Vorrang: Für uns steht der Schutz der schwächeren
Verkehrsteilnehmer an erster Stelle. Sichere Radwege sind die Voraussetzung
dafür, dass sich auch Kinder und Seniorinnen und Senioren trauen, das Rad
zu nutzen. Das beugt Isolation vor und fördert die Gesundheit.

● Flächengerechtigkeit: In einer dicht besiedelten Stadt wie Darmstadt
müssen wir den Raum fair verteilen. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dem
Auto „etwas wegzunehmen”, sondern den vorhandenen Platz effizienter zu
nutzen. Ein gut ausgebautes Radnetz entlastet am Ende auch die Straßen, da
mehr Menschen vom Auto aufs Rad umsteigen.

● Vernunft statt Ideologie: Wir setzen auf intelligente Lösungen. Wo es
möglich ist, wollen wir Radwege so planen, dass der Verkehrsfluss für alle
erhalten bleibt – zum Beispiel durch die Nutzung von Nebenstraßen als
Fahrradstraßen. Aber dort, wo es eng wird, muss die Sicherheit und die
Förderung nachhaltiger Mobilität Vorrang haben.

● Mobilitätswende für alle: Wir wollen niemanden bestrafen, der auf das Auto
angewiesen ist (z.B. Handwerker oder Menschen mit Einschränkungen).
Unser Ziel ist es, Alternativen so attraktiv zu machen, dass der Umstieg
freiwillig passiert.

Kurz gesagt: Wir wollen keine ideologischen Grabenkämpfe. Wir planen Verkehr so,
dass alle sicher und zügig ans Ziel kommen, wobei wir den Fokus klar auf die
Stärkung umweltfreundlicher Alternativen legen, um die Lebensqualität in Darmstadt
für alle zu erhöhen.

In öffentlichen Einrichtungen sollte es auch für
nicht-binäre Personen Toiletten geben.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
In unserem Verständnis von einer Stadtgesellschaft, die niemanden allein lässt, spielt
das Konzept des Universal Design eine zentrale Rolle. Das bedeutet, dass unsere
Umwelt so gestaltet sein sollte, dass sie für alle Menschen ohne Anpassung nutzbar
ist.

● Schutz vor Diskriminierung: Für trans* und nicht-binäre Personen erzeugt
die binäre Trennung (nur Damen/Herren) oft massiven Stress oder sogar
Angst vor Ausgrenzung. All-Gender-Toiletten (Unisex-Optionen) bieten einen
sicheren Raum und verhindern sogenannten „Exklusionsstress”.

● Wissenschaftlicher Ansatz: Wir orientieren uns hier an modernen Standards
der Stadtplanung. Öffentliche Gebäude sollten Barrieren abbauen – physische
wie psychische. Das stärkt das Gefühl der Zugehörigkeit und fördert die
psychische Gesundheit vulnerabler Gruppen.

● Pragmatische Umsetzung: Wir fordern, dass bei allen städtischen
Neubauten und größeren Sanierungen (wie in Schulen oder Sporthallen)
standardmäßig Unisex-Optionen mitgeplant werden. Das ist oft einfacher und
kostengünstiger umsetzbar, als man denkt, und nutzt am Ende allen – zum
Beispiel auch Eltern mit Kindern des jeweils anderen Geschlechts.

● Gesetzliche Vorgaben: Mit Blick auf das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz
(KJSG) und die kommenden Fristen bis 2028 müssen wir unsere soziale
Infrastruktur ohnehin modernisieren. Wir wollen, dass Darmstadt hier Vorreiter
ist.

Kurz gesagt: Wir sind absolut dafür. Toiletten für nicht-binäre Personen sind ein
Gebot der Menschlichkeit und ein Zeichen für ein modernes, offenes Darmstadt, das
niemanden an den Rand drängt.

Kulturangebote sollen durch die Stadt Darmstadt stärker
gefördert werden.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
Kulturangebote sind die „Wohnzimmer“ unserer Stadt. Als Wählergemeinschaft, die
den Kampf gegen Einsamkeit ganz oben auf der Agenda hat, sehen wir in der
Kulturförderung einen entscheidenden Hebel:

● Orte der Begegnung: Kultur schafft Anlässe, damit Menschen aus ihren
Wohnungen kommen und miteinander in Kontakt treten. Ob kleine
Nachbarschaftskonzerte, Lesungen oder Offene Werkstätten – diese
Angebote bringen unterschiedliche Gruppen zusammen und stärken das
„Miteinander“.

● Vielfalt und Teilhabe: Wir setzen uns besonders für die Förderung
niedrigschwelliger Kulturformate ein. Kultur darf kein Luxusgut sein. Sie
muss für alle Darmstädter:innen zugänglich sein, unabhängig vom Geldbeutel.
Deshalb unterstützen wir auch Projekte wie den CSD oder Stadtteilfeste, die
Identität stiften.

● Wissenschaftliche Basis: Wir wissen aus soziologischen Modellen, dass ein
reiches kulturelles Leben den sozialen Zusammenhalt festigt und die
psychische Gesundheit fördert. Ein gut gefördertes kulturelles Erbe (wie unser
Welterbe Mathildenhöhe) und eine lebendige freie Szene machen Darmstadt
erst lebenswert.

● Wirtschaftsfaktor Lebensqualität: Eine attraktive Kulturlandschaft lockt
Fachkräfte an und hält sie in der Stadt. Damit sichern wir langfristig die
Dynamik unserer Wissenschaftsstadt.

Kurz gesagt: Investitionen in Kultur sind Investitionen in das seelische Wohlbefinden
unserer Stadt. Wir wollen Kultur dort fördern, wo sie Menschen verbindet – in der
Innenstadt genauso wie direkt in den Quartieren.

Die Pläne zum Neubau der Rheinstraßenbrücke sind
unverhältnismäßig.


Bewertung: Neutral

Unsere Begründung dazu:
Die Rheinstraßenbrücke ist eine der wichtigsten Schlagadern unserer Stadt. Dass
hier etwas getan werden muss, steht außer Frage – die Bewertung der
„Verhältnismäßigkeit“ der aktuellen Pläne ist jedoch komplex:

● Notwendigkeit der Sanierung: Die Brücke ist in einem baulich kritischen
Zustand. Ein Ausfall würde das Verkehrschaos in Darmstadt perfekt machen
und auch den ÖPNV (Straßenbahnen) massiv treffen. Nichts zu tun, wäre also
die unvernünftigste Option.

● Kosten und Haushalt: Als Wählergemeinschaft, die auf eine solide
Haushaltsführung achtet, sehen wir die enormen Kosten der aktuellen
Neubau-Pläne durchaus kritisch. Wir müssen sicherstellen, dass solche
Großprojekte nicht dazu führen, dass wir an anderer Stelle – etwa bei sozialen
Projekten gegen Einsamkeit oder der Förderung der Stadtteilkultur – den
Rotstift ansetzen müssen.

● Zukunftsorientierte Mobilität: Ein Neubau bietet die Chance, die Brücke
direkt für die Mobilität der Zukunft zu rüsten. Das bedeutet: Breite, sichere
Radwege und eine leistungsfähige Trasse für den ÖPNV. Wenn der Neubau
„nur” den Status Quo des Autoverkehrs zementiert, wäre er aus unserer Sicht
tatsächlich unverhältnismäßig. Wenn er aber einen echten Mehrwert für die
Mobilitätswende und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer bietet, ist die
Investition gerechtfertigt.

● Wissenschaftliche Planung: Wir fordern, dass bei solchen Großprojekten
wissenschaftliche Verkehrsmodelle und Umweltverträglichkeitsprüfungen die
Basis bilden, nicht politisches Prestige.

Kurz gesagt: Die Brücke ist lebensnotwendig, aber wir schauen der Verwaltung bei
der Kosten-Nutzen-Rechnung ganz genau auf die Finger. Ein Neubau muss
funktional sein und Darmstadt für die nächsten Jahrzehnte fit machen, darf aber den
städtischen Haushalt nicht erdrosseln.

Auf dem Messplatz sollte neben Wohnraum vor allem
Gewerbe entstehen.


Bewertung: Neutral bis Nein

Unsere Begründung dazu:
Für uns ist die Entwicklung des Messplatzes eine Frage der Quartiersqualität. Wir
wollen dort kein reines Gewerbegebiet und auch keine reine Schlafstadt, sondern ein
lebendiges Viertel:

● Priorität für bezahlbaren Wohnraum: Darmstadt hat eine massive
Wohnungsnot. Für uns hat die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auf
dem Messplatz oberste Priorität. Wir brauchen dort Wohnungen für Familien,
Studierende und Seniorinnen und Senioren, um den Druck vom Markt zu
nehmen.

● Mischung statt Monostruktur: Ein reiner Fokus auf Gewerbe „neben” dem
Wohnraum greift uns zu kurz. Wir setzen uns für eine echte
Nutzungsmischung ein. Das bedeutet: Kleingewerbe, soziale Einrichtungen,
Kitas und Kulturräume sollten direkt in das Wohnquartier integriert werden.

● Kampf gegen Einsamkeit durch Quartiersgestaltung: Wenn wir dort nur
Büros und Wohnblöcke bauen, riskieren wir ein anonymes Viertel. Wir wollen
stattdessen Begegnungsräume, grüne Innenhöfe und öffentliche Plätze, die
das Miteinander fördern. Gewerbe sollte dort vor allem „dienend” sein – also
etwa Cafés, kleine Läden oder Co-Working-Spaces, die Leben ins Viertel
bringen.

● Wissenschaftliche Stadtplanung: Wir orientieren uns am Modell der „Stadt
der kurzen Wege”. Arbeiten, Wohnen und Freizeit sollten räumlich eng
verknüpft sein, um unnötigen Verkehr zu vermeiden und die Lebensqualität zu
erhöhen.

Kurz gesagt: Nur Gewerbe und Wohnraum nebeneinander zu stellen, reicht uns
nicht. Wir wollen auf dem Messplatz ein Vorzeigequartier für sozialen
Zusammenhalt und nachhaltige Stadtentwicklung schaffen. Wohnraum ist dort
wichtiger als große Gewerbeflächen, aber die Mischung macht am Ende das
lebendige Viertel aus.

Darmstadt sollte den Darmbach offenlegen.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
Die Offenlegung des Darmbachs ist für uns ein Projekt mit echtem Mehrwert für das
„Wir-Gefühl“ in unserer Stadt:

● Aufenthaltsqualität und Abkühlung: Wasser in der Stadt verbessert das
Mikroklima spürbar, besonders in den immer heißer werdenden Sommern. Ein
offener Bachlauf in der Innenstadt schafft Orte, an denen man sich gerne
aufhält, sich trifft und verweilt. Das wirkt direkt gegen die Anonymität und
fördert die Kommunikation im öffentlichen Raum.

● Wissenschaftlicher Klimaschutz: Wir setzen auf evidenzbasierte Politik. Die
Offenlegung trägt zur Entwässerung bei und entlastet bei Starkregen die
Kanalisation. Gleichzeitig dient der Bach als natürliche Kühlung für die
überhitzte Innenstadt – ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung.

● Identität und Geschichte: Der Darmbach ist namensgebend für unsere
Stadt. Ihn wieder sichtbar zu machen, stärkt die Verbindung der Bürger zu
ihrer Geschichte und macht Darmstadt als „Wissenschaftsstadt im Grünen“
noch attraktiver.

● Ökologische Vielfalt: Ein offenes Gewässer bietet neuen Lebensraum für
Pflanzen und Tiere mitten im urbanen Raum. Das fördert die Biodiversität, die
uns als nachhaltige Wählergemeinschaft sehr am Herzen liegt.

Kurz gesagt: Der Darmbach gehört zum „Darmstadt Gemeinsam“-Gefühl dazu. Er
macht unsere Stadt schöner, kühler und lebendiger. Wir unterstützen die Fortführung
der Offenlegung, wo immer es technisch und finanziell sinnvoll umsetzbar ist.

Bei Führungspositionen in der öffentlichen Verwaltung und
den kommunalen Unternehmen von Darmstadt sollte es
eine paritätische Besetzung der Geschlechter geben.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
In unserer Wählergemeinschaft setzen wir auf die Talente der gesamten
Stadtgesellschaft. Wenn Führungspositionen paritätisch besetzt sind, profitieren wir
von unterschiedlichen Perspektiven, was nachweislich zu besseren Entscheidungen
führt:

● Vorbildfunktion der Stadt: Die öffentliche Verwaltung und die kommunalen
Unternehmen (wie HEAG oder Entega) sollten als größte Arbeitgeber der
Stadt eine Vorbildrolle einnehmen. Wer von der Privatwirtschaft moderne
Arbeitsmodelle und Gleichberechtigung fordert, muss im eigenen Haus
anfangen.

● Wissenschaftliche Erkenntnis: Diversität in Führungsetagen ist kein
Selbstzweck. Wissenschaftliche Modelle zeigen, dass gemischte Teams
innovativer sind und Probleme ganzheitlicher lösen. In einer komplexen
Wissenschaftsstadt wie Darmstadt ist das ein entscheidender
Wettbewerbsvorteil.

● Gerechtigkeit und Teilhabe: Für uns bedeutet „Darmstadt Gemeinsam“,
dass alle Menschen die gleichen Chancen auf Aufstieg und Mitgestaltung
haben. Strukturelle Hürden, die Frauen (oder Männer in bestimmten
Bereichen) an der Spitze verhindern, wollen wir abbauen.

● Stärkung des Zusammenhalts: Wenn die Führungsebene die Vielfalt der
Bevölkerung widerspiegelt, stärkt das das Vertrauen in die Institutionen. Es
zeigt: Jede Stimme und jedes Talent zählt in unserer Stadt.

Kurz gesagt: Wir unterstützen die paritätische Besetzung von Führungspositionen.
Es geht uns darum, die besten Köpfe für Darmstadt zu gewinnen – und die finden wir
nur, wenn wir das Potenzial aller Geschlechter voll ausschöpfen.

Die Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum in Darmstadt
sollte erhöht werden.


Bewertung: Neutral

Unsere Begründung dazu:
Sicherheit ist ein Grundbedürfnis, damit Menschen sich gerne im öffentlichen Raum
bewegen und begegnen. Wir sehen die Lösung jedoch nicht allein in einer bloßen
Erhöhung der Polizeipräsenz:

● Sicherheit durch Belebung: Unser Ansatz gegen Angsträume und
Kriminalität ist die Stärkung des sozialen Zusammenhalts. Orte, an denen
Menschen gemeinsam Zeit verbringen, an denen Cafés belebt sind und
Nachbarn aufeinander achten, sind von Natur aus sicherer. Wir wollen
„Angsträume” durch bessere Beleuchtung, Sauberkeit und soziale Angebote
beseitigen.

● Prävention vor Repression: Wir setzen massiv auf kommunale
Sozialarbeit und Streetworker. Oft sind Konflikte im öffentlichen Raum soziale
Probleme (wie Obdachlosigkeit oder Sucht), die man nicht allein mit Polizei
löst. Wir brauchen Fachkräfte, die vor Ort vermitteln, bevor Situationen
eskalieren.

● Gezielte Präsenz statt Flächendruck: An Schwerpunkten wie dem
Luisenplatz, in der Nähe des Hauptbahnhofs und intensiven
Drogenumschlagplätzen unterstützen wir eine sichtbare Präsenz der Polizei
und der Stadtpolizei, um das Sicherheitsgefühl zu stärken. Es muss jedoch
eine „Bürger:innenpolizei“ sein, die ansprechbar ist und deeskalierend wirkt.

● Wissenschaftlicher Blick: Die kriminologische Forschung zur Situativen
Prävention zeigt, dass bauliche Veränderungen und soziale Kontrolle durch
Mitbürger oft nachhaltiger wirken als kurzfristige Polizeistreifen.

Kurz gesagt: Wir wollen, dass du dich in Darmstadt sicher fühlst. Aber statt nur auf
mehr Uniformen zu setzen, wollen wir das „Wir-Gefühl” und die soziale Betreuung in
den Stadtteilen stärken, damit Kriminalität und Einsamkeit gar nicht erst entstehen.

Darmstadt sollte verstärkt Projekte gegen
Linksextremismus fördern.


Bewertung: Neutral bis Ja

Unsere Begründung dazu:
Wir stehen fest auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
Unsere Position zu Präventionsprojekten sieht so aus:

● Demokratieförderung als Ganzes: Wir setzen uns massiv für Programme
ein, die die demokratische Resilienz stärken. Statt nur auf eine spezifische
Richtung zu starren, wollen wir Projekte fördern, die Extremismusprävention
ganzheitlich angehen. Wer lernt, konstruktiv zu streiten und sich als Teil der
Gemeinschaft zu fühlen, ist weniger anfällig für radikale Ideologien – egal aus
welcher Ecke.

● Prävention durch Teilhabe: Unser Hauptthema ist der Kampf gegen
Einsamkeit und Ausgrenzung. Wir wissen aus der Forschung, dass
Radikalisierung oft dort beginnt, wo Menschen sich abgehängt oder ungehört
fühlen. Durch mehr Bürgerbeteiligung und soziale Anlaufstellen entziehen wir
extremistischen Strömungen den Nährboden.

● Wissenschaftliche Fundierung: Wir unterstützen Präventionsarbeit, die auf
wissenschaftlich fundierten Modellen basiert. Wenn Studien zeigen, dass es in
Darmstadt spezifische Bedarfe im Bereich Linksextremismus gibt (z. B. im
Bereich politisch motivierter Sachbeschädigung), dann müssen wir dort gezielt
gegensteuern.

● Stärkung der Zivilgesellschaft: Organisationen wie das „Netzwerk gegen
Gewalt“, in dem Darmstadt aktiv ist, leisten hier wichtige Arbeit. Wir wollen
diese Netzwerke stärken, damit sie auf alle Formen von Radikalisierung
schnell und kompetent reagieren können.

Kurz gesagt: Wir sind für die Förderung von Projekten gegen jede Form von
Extremismus. In Darmstadt liegt unser Fokus vor allem darauf, die demokratische
Mitte zu stärken und durch echte Teilhabe dafür zu sorgen, dass radikale Ränder gar
nicht erst attraktiv werden.

Darmstadt sollte verstärkt Projekte gegen
Rechtsextremismus fördern.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
Rechtsextremismus greift direkt das Fundament unseres Zusammenlebens an: die
Würde jedes Einzelnen und den Zusammenhalt unserer vielfältigen
Stadtgesellschaft. Deshalb stehen wir voll hinter einer verstärkten Förderung:

● Schutz der Vielfalt: In einer Wissenschaftsstadt wie Darmstadt leben
Menschen aus aller Welt. Wir wollen, dass sich hier jede:r sicher und
willkommen fühlt. Projekte gegen Rechtsextremismus sind aktiver Opferschutz
und ein Signal der Solidarität.

● Prävention durch Aufklärung: Wir setzen auf die Kontakthypothese.
Vorurteile werden dort abgebaut, wo Menschen einander begegnen und
übereinander lernen. Projekte in Schulen, Kitas und Vereinen, die über
rechtsextreme Strategien aufklären, sind essentiell, um unsere Jugend
widerstandsfähig zu machen.

● Stärkung der demokratischen Mitte: Rechtsextremismus gedeiht dort, wo
sich Menschen isoliert oder abgehängt fühlen. Unser Kernthema – der Kampf
gegen Einsamkeit – ist hier die beste Prävention. Wer sich als wertvoller Teil
der Gesellschaft erlebt, ist weniger anfällig für Hassbotschaften.

● Wissenschaftliche Begründung: Wir stützen uns auf Modelle wie das
Minority Stress Model. Diskriminierung und Bedrohung von rechts führen zu
chronischem Stress bei den Betroffenen. Als Kommune haben wir die Pflicht,
hier durch starke zivilgesellschaftliche Projekte gegenzusteuern.

Kurz gesagt: Ein klares Ja! Wir unterstützen alle Initiativen, die sich für ein buntes,
weltoffenes Darmstadt einsetzen und aktiv gegen rechte Hetze und Gewalt
vorgehen. Demokratie braucht Pflege – und dafür setzen wir uns ein.

Der Klimaschutz sollte bei kommunalpolitischen
Entscheidungen eine größere Bedeutung haben als
wirtschaftliche Erwägungen.


Bewertung: Neutral

Unsere Begründung dazu:
Für uns ist die entscheidende Frage nicht, welches Thema das andere verdrängt,
sondern wie wir beides so verzahnen, dass Darmstadt zukunftsfähig bleibt. Wir
setzen auf eine sozial-liberale Wirtschaftspolitik, die ökologisch denkt:

● Klimaschutz ist Existenzsicherung: Wir wissen, dass wir als
Wissenschaftsstadt eine besondere Verantwortung haben. Wenn wir das
Klima nicht schützen, entstehen langfristig Kosten (z. B. durch Hitzeperioden
oder Starkregenereignisse), die unsere Wirtschaft viel härter treffen als
heutige Klimaschutzmaßnahmen. Insofern ist Klimaschutz für uns auch
vernünftige Wirtschaftsvorsorge.

● Wirtschaft als Motor für den Wandel: Ohne eine starke lokale Wirtschaft
fehlen uns die finanziellen Mittel, um die notwendigen Investitionen in den
Klimaschutz – wie die energetische Sanierung städtischer Gebäude oder den
Ausbau des ÖPNV – überhaupt zu stemmen. Wir brauchen die Innovationen
unserer Unternehmen, um technische Lösungen für die Klimakrise zu
entwickeln.

● Sozialer Zusammenhalt im Fokus: Wenn wir Entscheidungen rein nach
ökologischen Kriterien treffen und dabei die wirtschaftliche Tragfähigkeit oder
die soziale Komponente (z. B. bezahlbare Mieten und Energiepreise)
vergessen, riskieren wir den Rückhalt in der Bevölkerung. Klimaschutz muss
für alle Darmstädter:innen leistbar und gerecht sein, sonst gefährden wir den
Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft.

● Wissenschaftliche Ganzheitlichkeit: Wir orientieren uns am Prinzip der
Nachhaltigkeit, das ökologische, soziale und ökonomische Ziele
gleichberechtigt betrachtet. Nur wenn alle drei Säulen stabil sind, kann das
Projekt „Darmstadt Gemeinsam“ langfristig funktionieren.

Kurz gesagt: Wir wollen keine ideologischen Kämpfe zwischen Ökonomie und
Ökologie. Wir setzen uns für eine Politik ein, bei der Klimaschutz zum
Wettbewerbsvorteil wird und wirtschaftlicher Erfolg die Basis für ein grünes,
lebenswertes Darmstadt bildet.

Darmstadt sollte mehr sparen.


Bewertung: Ja (mit Fokus auf Effizienz statt Kahlschlag)

Unsere Begründung dazu:
Darmstadt befindet sich in einer schwierigen finanziellen Situation. Wir müssen den
Haushalt konsolidieren, um unsere kommunale Selbstverwaltung und
Handlungsfähigkeit zu erhalten. Aber wir unterscheiden sehr genau, wie gespart
wird:

● Sparen durch Innovation: Unser wichtigster Hebel ist die Digitalisierung
der Verwaltung. Durch effizientere, automatisierte Prozesse können wir
langfristig massiv Verwaltungskosten senken, ohne Leistungen für die
Bürger:innen zu kürzen. Das ist „kluges Sparen”.

● Prioritäten setzen: Wir müssen uns ehrlich fragen, welche Projekte den
größten Nutzen für den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft bringen.
Investitionen in den Kampf gegen Einsamkeit und in soziale Teilhabe sind für
uns „Pflicht”, während prestigeträchtige Großprojekte ohne direkten sozialen
Mehrwert kritischer hinterfragt werden müssen.

● Prävention spart langfristig: Wir wissen aus wissenschaftlichen Modellen,
dass jeder Euro, den wir heute in die Jugendhilfe oder in
Präventionsprogramme (z. B. gegen Obdachlosigkeit oder Sucht) stecken,
uns in naher Zukunft Jahren ein Vielfaches an Reparaturkosten für soziale
Krisen erspart.

● Wirtschaftliche Vernunft: Als sozial-liberale Kraft achten wir darauf, dass wir
die Steuerschraube (wie die Grundsteuer) nicht so weit anziehen, dass
Wohnen in Darmstadt unverhältnismäßig teuer wird. Sparen muss also zuerst
bei den eigenen Strukturen der Stadt anfangen.

Kurz gesagt: Ja, Darmstadt muss sparen, um nicht unter die Zwangsverwaltung des
Landes zu fallen. Aber wir von Darmstadt Gemeinsam wollen das Skalpell
ansetzen, nicht den Rasenmäher. Wir sparen an bürokratischen Hürden, nicht am
sozialen Miteinander.

Die Innenstadt und der Herrngarten sollten nachts besser
beleuchtet werden.


Bewertung: Ja (mit Fokus auf „Smart Lighting”)

Unsere Begründung dazu:
Für uns ist die Beleuchtung ein wesentlicher Faktor für das Miteinander und die
Prävention von Isolation. Wenn Menschen sich nachts nicht mehr in den
Herrngarten oder die Innenstadt trauen, verlieren wir wertvollen Raum für
Begegnung.

● Sicherheitsgefühl stärken: Dunkle Ecken wirken als „Angsträume“. Eine
bessere, gleichmäßige Ausleuchtung hilft, das subjektive Sicherheitsgefühl zu
erhöhen. Das ist besonders wichtig, um Einsamkeit entgegenzuwirken – denn
wer sich sicher fühlt, nimmt eher am gesellschaftlichen Leben teil, auch nach
Einbruch der Dunkelheit.

● Smart-City-Ansatz: Als Wissenschaftsstadt setzen wir auf intelligente
Beleuchtung. Statt die ganze Nacht starr „Flutlicht” brennen zu lassen,
unterstützen wir bedarfsorientierte Systeme. Sensoren können das Licht
hochdimmen, wenn sich Personen nähern, und es absenken, wenn niemand
da ist. Das spart Energie und schont den städtischen Haushalt.

● Schutz der Biodiversität: Wir müssen die Lichtverschmutzung im Blick
behalten. Der Herrngarten ist auch ein Lebensraum für Tiere (z. B.
Fledermäuse und Insekten). Wir fordern daher den Einsatz von warmweißem
Licht mit geringem Blauanteil und zielgerichteten Leuchten, die nur den Weg
und nicht den Himmel oder die Baumkronen anstrahlen.

● Wissenschaftliche Fundierung: Studien zum Crime Prevention Through
Environmental Design (CPTED) zeigen, dass eine durchdachte Beleuchtung
kriminelles Verhalten erschweren kann, ohne dass der Ort wie ein
Hochsicherheitstrakt wirkt.

Kurz gesagt: Wir sind für mehr Licht an den richtigen Stellen zur richtigen Zeit. Es
macht Darmstadt sicherer und einladender, solange wir dabei die Natur und die
Energieeffizienz nicht vergessen.

In Darmstadt sollte es flächendeckend ein kostenfreies
städtisches WLAN geben, auch im ÖPNV.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
Ein flächendeckendes, kostenfreies WLAN ist in unseren Augen heute kein
„Luxus-Gadget” mehr, sondern ein Teil der Daseinsvorsorge. Es ist ein Werkzeug,
um Barrieren abzubauen und den Zusammenhalt in der Stadt zu stärken.

● Digitale Teilhabe gegen Einsamkeit: Nicht jeder Mensch in Darmstadt hat
einen unbegrenzten Mobilfunkvertrag. Kostenfreies WLAN an öffentlichen
Plätzen und im ÖPNV ermöglicht es allen – egal ob Studierenden,
Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit geringem Einkommen – digital
vernetzt zu bleiben. Das ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen soziale
Isolation.

● Attraktivität des ÖPNV: Wenn wir wollen, dass die Menschen vom Auto auf
Bus und Bahn umsteigen, muss der ÖPNV komfortabel sein. Die Möglichkeit,
die Fahrtzeit produktiv zu nutzen oder sich zu unterhalten, ohne das eigene
Datenvolumen aufzubrauchen, ist ein klarer Standortvorteil für die HEAG
Mobilo.

● Wissenschaftsstadstprofil: Als „Digitalstadt” sollte Darmstadt hier eine
Vorreiterrolle einnehmen. Ein nahtloses Netz stärkt die lokale Wirtschaft (z.B.
Außengastronomie) und hilft Touristen sowie Forschenden, sich unkompliziert
in der Stadt zu bewegen.

● Smart-City-Synergien: Ein städtisches WLAN-Netz kann als technisches
Rückgrat für andere smarte Dienste dienen, wie etwa Echtzeit-Informationen
zur Verkehrsleitung oder Umweltsensoren.

Kurz gesagt: Wir unterstützen den flächendeckenden Ausbau. Es geht dabei um
mehr als nur Surfen – es geht darum, dass digitale Mobilität in Darmstadt für
niemanden an der Brieftasche scheitern darf.

In Darmstadt gibt es bereits genug Tempo-30-Zonen.


Bewertung: Neutral

Unsere Begründung dazu:
Wir sind kein Fan von pauschalen Verboten, aber wir setzen klare Prioritäten für ein
sicheres Miteinander:

● Sicherheit in Wohngebieten: In reinen Wohnquartieren, vor Schulen, Kitas
und Seniorenheimen halten wir Tempo 30 für absolut sinnvoll. Es rettet Leben
und reduziert den Lärm drastisch. Hier sehen wir die bestehenden Zonen als
Erfolg für den Zusammenhalt und den Schutz der Schwächeren.

● Leistungsfähigkeit der Hauptverkehrsstraßen: Wir sind der Meinung, dass
Tempo 30 auf wichtigen Durchgangsstraßen nur dort kommen sollte, wo es
zwingend notwendig ist (z. B. wegen Lärmschutzvorgaben oder
Unfallhäufungen). Der Verkehrsfluss darf nicht mutwillig ausgebremst werden,
da dies oft zu Ausweichverkehr in die Wohngebiete führt – was genau das
Gegenteil von dem bewirkt, was wir wollen.

● Wissenschaftliche Lärmminderung: Wir stützen uns auf Daten. Wo Tempo
30 nachweislich die Anwohner vor gesundheitsschädlichem Lärm schützt,
unterstützen wir dies. Wo es aber nur zur „Schikane“ dient, ohne messbaren
Sicherheitsvorteil, hinterfragen wir weitere Ausweisungen kritisch.

● Smart Traffic statt Schilderwald: Wir setzen auf intelligente Verkehrsleitung.
Statt immer mehr statische Schilder aufzustellen, wollen wir digitale Lösungen,
die Geschwindigkeiten je nach Tageszeit oder Verkehrsaufkommen flexibel
regeln.

Kurz gesagt: Wir wollen keinen Schilderwald, sondern Sicherheit dort, wo Menschen
leben. Auf den Hauptstraßen setzen wir auf einen flüssigen Verkehr, während wir in
den Quartieren die Aufenthaltsqualität durch verlangsamten Verkehr schützen.

Im Stadtgebiet sollte es mehr überdachte Treffpunkte für
Jugendliche geben.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
Jugendliche brauchen Räume, in denen sie sich ohne Konsumzwang und geschützt
vor der Witterung treffen können. In einer wachsenden Stadt wie Darmstadt ist der
öffentliche Raum oft stark reglementiert, was junge Menschen an den Rand drängt.

● Recht auf Stadt: Wir finden, dass der öffentliche Raum nicht nur für
Erwerbstätige oder Konsumenten da ist. Jugendliche haben ein Recht auf
Orte im Freien, die ihnen gehören. Überdachte Treffpunkte ermöglichen
Begegnung das ganze Jahr über – ein wichtiger Faktor, um soziale Isolation in
der kalten Jahreszeit zu verhindern.

● Prävention und Sicherheit: Wenn es keine offiziellen, gut gestalteten
Treffpunkte gibt, weichen Jugendliche oft in Parkhäuser, Hauseingänge oder
weniger einsehbare Bereiche aus. Das führt oft zu Konflikten mit
Anwohnenden. Gezielte, attraktive „Jugend-Unterstände” oder Pavillons mit
WLAN und Sitzmöglichkeiten kanalisieren diese Bedürfnisse positiv.

● Partizipation: Wir wollen diese Orte nicht „für” Jugendliche bauen, sondern
gemeinsam mit ihnen. Sie wissen am besten, ob sie eine Skate-Anlage, eine
Calisthenics-Station oder einfach nur eine überdachte Bank brauchen. Das
fördert die Identifikation mit dem eigenen Stadtteil.

● Wissenschaftliche Sozialraumplanung: Wir orientieren uns an Modellen der
Jugendarbeit, die betonen, dass informelle Treffpunkte (Dritte Orte) essenziell
für die Identitätsbildung und das Erlernen von Sozialkompetenz sind.

Kurz gesagt: Ein klares Ja! Wir wollen mehr „Dach über dem Kopf” für Darmstadts
Jugend im öffentlichen Raum. Das ist eine Investition in die psychische Gesundheit
und den sozialen Frieden unserer Stadt.

Die Stadt sollte den ehemaligen Kaufhof erwerben und zu
einem Bürgerzentrum umbauen.


Bewertung: Ja (unter klaren Bedingungen)

Unsere Begründung dazu:
Wir unterstützen die Idee, den ehemaligen Kaufhof als „Ankerpunkt“ für das
gesellschaftliche Leben zurückzugewinnen. Ein reiner Leerstand oder ein weiteres
geschlossenes Einkaufszentrum wäre für die Vitalität der City fatal.

● Ein „Wohnzimmer“ gegen Einsamkeit: Unser Kernanliegen ist der Kampf
gegen soziale Isolation. Ein Bürgerzentrum an dieser zentralen Stelle könnte
als riesiger „Dritter Ort“ fungieren – mit Bibliothek, Café, Proberäumen für
Kultur, Beratungsstellen und Flächen für Vereine. Es wäre ein Ort, an dem
man sein kann, ohne etwas kaufen zu müssen.

● Belebung der Innenstadt: Der Einzelhandel allein trägt die Innenstadt nicht
mehr. Wir brauchen eine Nutzungsmischung. Wenn Menschen wegen
Bildungsangeboten oder Ämtern in den ehemaligen Kaufhof kommen,
profitieren auch die umliegenden Geschäfte und die Gastronomie.

● Wirtschaftliche Machbarkeit: Ein Kauf und Umbau durch die Stadt ist ein
finanzieller Kraftakt. Wir fordern deshalb ein kluges Betreibermodell. Die
Stadt muss das Gebäude nicht alleine tragen; Partnerschaften mit Stiftungen,
der Wissenschaft (z. B. Ausstellungsflächen der TU) oder
Coworking-Anbietern können die Betriebskosten senken.

● Nachhaltigkeit durch Erhalt: Statt Abriss und Neubau setzen wir auf
Bestandserhalt. Das spart „graue Energie“ und ist ein Statement für eine
ökologisch verantwortungsvolle Stadtentwicklung.

Kurz gesagt: Wir sind dafür, den Kaufhof zu einem Haus für alle Darmstädter zu
machen. Es wäre das stärkste Signal für den Zusammenhalt, das wir derzeit in der
Stadtplanung setzen können – sofern wir die Kosten durch starke Partner im Griff
behalten.

Wichtige Plätze und Straßen in Darmstadt sollten
videoüberwacht sein
.


Bewertung: Neutral bis Nein

Unsere Begründung dazu:
Wir verstehen das Bedürfnis vieler Menschen nach Sicherheit, insbesondere an
Brennpunkten. Dennoch sehen wir eine flächendeckende Videoüberwachung kritisch
und setzen stattdessen auf nachhaltigere Lösungen für den Zusammenhalt:

● Prävention durch Belebung statt Überwachung: Unsere Philosophie lautet:
Sicherheit entsteht durch Gemeinschaft. Ein belebter Luisenplatz mit
Außengastronomie, guter Beleuchtung und Präsenz von Streetworkern schafft
mehr echtes Sicherheitsgefühl als eine Kamera. Wenn Menschen aufeinander
achten, sinkt die Kriminalität ganz natürlich.

● Wissenschaftliche Skepsis: Studien zeigen oft, dass Kameras Straftaten
nicht verhindern, sondern lediglich an Orte ohne Überwachung verlagern. Wir
wollen das Problem an der Wurzel packen – durch Sozialarbeit und den
Kampf gegen die Ursachen von Kriminalität wie Perspektivlosigkeit und Sucht.

● Schutz der Bürger:innenrechte: Der öffentliche Raum muss ein Ort der
Freiheit bleiben. Wir möchten nicht, dass sich Darmstädter:innen ständig
beobachtet fühlen. Das widerspricht unserem Bild einer offenen und
vertrauensvollen Stadtgesellschaft.

● Gezielter Einsatz an echten Brennpunkten: Wir verschließen uns nicht
völlig, wenn die Polizei nachweislich belegen kann, dass an ganz spezifischen
Orten Videoüberwachung zur Aufklärung schwerer Straftaten erforderlich ist.
Das darf aber niemals der Standard für unsere Straßen und Plätze sein.

Kurz gesagt: Wir setzen auf „Social Control” durch ein starkes Miteinander und eine
kluge Stadtgestaltung (Beleuchtung, Sauberkeit, Ansprechpartner:innen vor Ort).
Kameras sind für uns nur das allerletzte Mittel, da sie den sozialen Zusammenhalt
nicht ersetzen können.

Das Mindestalter bei Kommunalwahlen sollte auf 16 Jahre
gesenkt werden.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
Für uns ist die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre ein konsequenter Schritt für
eine lebendige und gerechte Stadtgesellschaft:

● Generationengerechtigkeit: Viele Entscheidungen auf kommunaler Ebene –
ob Klimaschutz, Schulsanierungen, Radwege oder die Gestaltung von
Jugendzentren – betreffen junge Menschen am längsten. Es ist nur fair, dass
sie über die Politik mitentscheiden dürfen, deren Auswirkungen sie über
Jahrzehnte tragen werden.

● Kampf gegen Einsamkeit und Politikverdrossenheit: Wenn junge
Menschen früh erleben, dass ihre Stimme zählt und sie ihre unmittelbare
Umgebung (ihren Stadtteil, ihren Schulweg) mitgestalten können, stärkt das
die Identifikation mit Darmstadt. Politische Selbstwirksamkeit ist ein starkes
Mittel gegen das Gefühl von Isolation und Ohnmacht.

● Wissenschaftliche Erkenntnisse: Studien zur Wahlforschung zeigen, dass
das Interesse an Politik steigt, wenn man frühzeitig zur Wahl gehen darf. Wer
mit 16 zum ersten Mal wählt, behält diese demokratische Gewohnheit mit
höherer Wahrscheinlichkeit ein Leben lang bei.

● Verantwortungsbewusstsein: Wir trauen den 16- und 17-jährigen
Darmstädterinnen und Darmstädtern zu, sich eine fundierte Meinung zu
bilden. Viele von ihnen engagieren sich bereits ehrenamtlich, in der
Klima-Bewegung oder in Schülervertretungen. Dieses Engagement sollte sich
auch an der Wahlurne widerspiegeln.

Kurz gesagt: Wir wollen ein Darmstadt, das jungen Menschen eine echte Stimme
gibt. Die Absenkung des Wahlalters ist eine Investition in die demokratische Zukunft
unserer Stadt und sorgt dafür, dass die Perspektiven der Jugend in der
Kommunalpolitik endlich das nötige Gewicht bekommen.

Hier lebende Nicht-EU-Ausländer sollten das Wahlrecht zur
Kommunalwahl erhalten.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
Für uns ist das kommunale Wahlrecht für Nicht-EU-Ausländer:innen (das sogenannte
„kommunale Ausländerwahlrecht“) eine Frage der Gerechtigkeit und ein wirksames
Mittel für den gesellschaftlichen Zusammenhalt:

● Teilhabe schafft Verantwortung: Wer in Darmstadt Steuern zahlt, hier
arbeitet, seine Kinder in die Schule bringt und am Vereinsleben teilnimmt,
sollte auch darüber entscheiden dürfen, wie sein direktes Umfeld gestaltet
wird. Politische Mitbestimmung ist das beste Mittel gegen das Gefühl von
Ausgrenzung und Einsamkeit.

● Identifikation mit der Stadt: Wenn Menschen, die seit Jahren hier leben,
wählen dürfen, identifizieren sie sich stärker mit Darmstadt. Das „Wir-Gefühl“,
das wir als Darmstadt Gemeinsam fördern wollen, wächst dort, wo
Menschen sich nicht nur als Gäste, sondern als aktive Mitgestalter fühlen.

● Wissenschaftliche Perspektive: Studien zur Integration zeigen, dass
politische Rechte die soziale Integration beschleunigen. Als
Wissenschaftsstadt, in der Menschen aus über 140 Nationen forschen und
arbeiten, ist es ein Standortvorteil, wenn wir demokratische Hürden abbauen.

● Demokratische Legitimation: In manchen Darmstädter Stadtteilen lebt ein
erheblicher Teil der Bevölkerung ohne Wahlrecht. Für uns ist es ein
demokratisches Defizit, wenn bei lokalen Entscheidungen (wie dem Bau eines
Spielplatzes oder der Verkehrsplanung im Viertel) große Teile der
Anwohnerschaft systematisch ausgeschlossen sind.

Kurz gesagt: Wer in Darmstadt zu Hause ist, sollte auch die Zukunft Darmstadts
mitbestimmen dürfen. Wir setzen uns dafür ein, dass die rechtlichen
Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene so angepasst werden, dass
eine dauerhafte Ansässigkeit in der Kommune für das kommunale Wahlrecht
ausreicht.

Das Wahlsystem zur Kommunalwahl mit Kumulieren und
Panaschieren ist zu kompliziert.


Bewertung: Neutral

Unsere Begründung dazu:
Wir verstehen den Frust über die Komplexität, sehen aber auch den enormen
demokratischen Wert dieses Systems:

● Macht in den Händen der Bürger:innen: Das System des Kumulierens (bis
zu drei Stimmen für eine Person) und Panaschierens (Stimmen über
verschiedene Listen verteilen) gibt dir eine Macht, die du bei der Landtagsoder
Bundestagswahl nicht hast. Du kannst gezielt Personen wählen, die du
für kompetent hältst, unabhängig von ihrem Listenplatz. Das passt perfekt zu
unserem Ziel der direkten Bürgerbeteiligung.

● Herausforderung für neue Kräfte: Für eine neue Wählergemeinschaft wie
Darmstadt Gemeinsam ist das System Chance und Risiko zugleich. Es ist
kompliziert zu erklären, aber es ermöglicht es unseren Wählerinnen und
Wählern, genau die Köpfe aus unserem Team zu unterstützen, die ihnen am
wichtigsten sind.

● Hürde für die Wahlbeteiligung: Wir müssen ehrlich sein: Die Komplexität
schreckt Menschen ab. Wer den riesigen Stimmzettel sieht, neigt eher zur
Resignation oder macht nur ein Listenkreuz. Das führt zu politischer
Passivität, die wir eigentlich bekämpfen wollen.

● Wissenschaftliche Sicht: In der Politikwissenschaft gilt das hessische
Kommunalwahlrecht als eines der persönlichkeitsorientiertesten Systeme. Es
fördert die lokale Bindung zwischen Wählern und Gewählten, erfordert aber
ein hohes Maß an Information.

Kurz gesagt: Das System ist zwar kompliziert, aber es ist ein „Edelstein“ der
Demokratie, weil es die starren Parteilisten aufbricht. Statt das System abzuschaffen,
setzen wir uns für eine bessere Erklärung und einfachere Anleitungen ein, damit
jeder Darmstädter seine 71 Stimmen (so viele sind es im Stadtparlament!) sicher und
gezielt vergeben kann.

Die Buslinien in die Randgebiete (F, R, H) sollten nachts
und am Wochenende häufiger fahren.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
Die Anbindung der Randgebiete ist ein entscheidender Faktor im Kampf gegen
Einsamkeit. Wenn der letzte Bus zu früh fährt oder am Wochenende kaum
Verbindungen bestehen, werden vor allem Jugendliche, Seniorinnen und Senioren
und Menschen ohne eigenes Fahrzeug vom sozialen Leben in der Innenstadt
abgeschnitten.

● Teilhabe für alle Quartiere: „Darmstadt Gemeinsam“ bedeutet, dass auch
Bewohner:innen in Gebieten wie dem Oberfeld (Linie F), der
Heimstättensiedlung (Linie R) oder Kranichstein/Anne-Frank-Straße (Linie H)
flexibel am Stadtleben teilnehmen können. Ein besserer Takt am Abend und
Wochenende fördert Begegnungen und das „Wir-Gefühl“.

● Wissenschaftliche Mobilitätsforschung: Wir setzen auf das Modell der
„Stadt der kurzen Wege“. Dazu gehört auch eine verlässliche Taktung des
ÖPNV in den Randzeiten. Wenn die Busse häufiger fahren, sinkt die
Hemmschwelle, auf den privaten PKW zu verzichten, was wiederum die
Klimaziele der Stadt unterstützt.

● Sicherheit durch Mobilität: Ein verlässlicher Nacht- und Wochenendverkehr
erhöht das subjektive Sicherheitsgefühl. Zu wissen, dass man jederzeit sicher
und unkompliziert nach Hause kommt, macht den öffentlichen Raum
attraktiver und lebendiger.

● Wirtschaftliche Vernunft: Wir fordern hierbei den Einsatz von
bedarfsorientierten Systemen. In Zeiten mit geringerer Nachfrage könnten
statt großer Gelenkbusse kleinere Elektro-Busse oder On-Demand-Shuttles
(wie der „HeinerLiner“) die Taktung der Linien F, R und H ergänzen. Das ist
kosteneffizient und ökologisch sinnvoll.

Kurz gesagt: Wir unterstützen einen Ausbau des Takts in die Randgebiete massiv.
Mobilität darf nicht an der Stadtteilgrenze aufhören. Wir wollen, dass Darmstadt auch
nachts und am Wochenende als eine Einheit zusammenwächst.

In Darmstadt sollten mehr Wohnungen für Menschen mit
geringem Einkommen ausgewiesen werden.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
Für uns ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum die wirksamste Medizin
gegen die Spaltung der Stadtgesellschaft und gegen soziale Isolation:

● Prävention von Einsamkeit: Wenn Menschen aufgrund hoher Mieten aus
ihren angestammten Quartieren verdrängt werden, verlieren sie ihr soziales
Netz, ihre Nachbarinnen und Nachbarn und ihre Wurzeln. Das führt direkt in
die Einsamkeit. Wir wollen, dass Menschen in jedem Alter und mit jedem
Geldbeutel in ihrem Viertel bleiben können.

● Wissenschaftliche Quartiersmischung: Wir setzen auf das Modell der
„Sozialen Mischung“. Wir wollen keine isolierten Sozialbausiedlungen,
sondern eine Durchmischung in allen Stadtteilen. Wissenschaftliche Studien
zeigen, dass heterogene Nachbarschaften stabiler sind und bessere
Aufstiegschancen für Kinder bieten.

● Konkrete Quote: Wir unterstützen eine verbindliche Quote für geförderten
Wohnungsbau bei Neubauprojekten. Wer in Darmstadt baut, muss einen Teil
der Fläche für Menschen mit geringem Einkommen bereitstellen – das ist ein
Gebot der Fairness.

● Aktivierung von Leerstand: Neben dem Neubau wollen wir durch smarte,
digitale Lösungen („Smart City”) Leerstände schneller identifizieren und dem
Markt zuführen. Zudem müssen wir als Stadt die Nutzung des Vorkaufsrecht
prüfen.

Kurz gesagt: Ein klares Ja! Ohne bezahlbare Wohnungen gibt es kein „Darmstadt
Gemeinsam“. Wir müssen hier mutiger sein und den sozialen Wohnungsbau zur
absoluten Priorität im Magistrat machen.

Die Straßenbahnführung durchs Ludwigshöhviertel und das
Gleisdreieck Cooperstraße ist sinnvoll.


Bewertung: Ja

Unsere Begründung dazu:
Die Erschließung des neuen Ludwigshöhviertels durch die Straßenbahn ist für uns
aus mehreren Gründen der richtige Weg:

● Teilhabe von Anfang an: Wenn wir ein neues Quartier bauen, muss die
Anbindung an den Rest der Stadt vom ersten Tag an stehen. Nur so
verhindern wir, dass das Viertel zu einer isolierten Insel wird. Eine
leistungsfähige Schienenanbindung sorgt dafür, dass alle Bewohner:innen –
auch ohne Auto – am Leben in der Innenstadt teilnehmen können. Das ist
gelebte Prävention gegen Einsamkeit.

● Mobilitätswende konkret: Das Gleisdreieck an der Cooperstraße ist das
Herzstück, um die Verknüpfung der Linien effizienter zu gestalten.
Wissenschaftliche Verkehrsmodelle zeigen, dass der Schienenverkehr
deutlich attraktiver ist als Busse. Wer umweltfreundliche Mobilität will, muss
die Schiene ins Quartier bringen.

● Wissenschaftliche Stadtplanung: Wir orientieren uns am Prinzip des
„Transit-Oriented Development“ (TOD). Das bedeutet, dass
Siedlungsentwicklung und Nahverkehr Hand in Hand gehen müssen. Eine
Straßenbahn vor der Haustür steigert die Lebensqualität und entlastet die
Straßen vom Individualverkehr.

● Wirtschaftlichkeit: Auch wenn der Bau teuer ist, sind die Betriebskosten
einer Straßenbahn pro Fahrgast langfristig geringer als bei Bussen. Zudem ist
es eine Investition in die Wertbeständigkeit des neuen Stadtteils.

Kurz gesagt: Wir unterstützen die Schienenführung durch das Ludwigshöhviertel.
Sie ist das Rückgrat für ein lebendiges, modernes Quartier, das mit dem Rest von
Darmstadt zusammenwächst, statt nur daneben zu liegen.